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3.2 Ausbauphase
(2003 - 2004)
Noch vor dem Abschluss
des SAP-Programms im Oktober 2003 startete die nächste
Phase. Kern dieser Phase war ein Organisationsentwicklungsprojekt
unter dem Titel „Professional Services“. Die
unterschiedlichen Professionalisierungsbemühungen
zu den Themenfeldern PM-Handwerkszeug (Methoden und Tools),
PM-Mitarbeiter (Projektleiter, Projektassistenten, etc.)
und PM-Services (Qualifizierung, Zertifizierung, Networking,
Audits, etc.) wurden in diesem Projekt koordiniert und
gebündelt. Die notwendige Managementunterstützung
wurde erreicht, da ein Vorstand des Unternehmens die Patenschaft übernahm
und die Leitung des Projekts einem Programmmanager übertragen
wurde. Zahlreiche Veranstaltungen, Networking-Events und
erste Inhouse-Trainings wurden von den Projektleitern und
den Projektteams gemeinsam entwickelt und realisiert. Zum
Ende dieser 2. Phase war das Profil der Projektmanager
im Unternehmen deutlich geschärft: Nahezu das gesamte
PM-Personal wurde nach dem IPMA-Standard qualifiziert und
zertifiziert. Projekte durften nur noch von ausgebildeten
Projektmanagern geleitet werden und der Projektmanagement-Karrierepfad
war etabliert und besetzt.
Im Rückblick
sind zwei Gesichtspunkte von Bedeutung: (1) Die Etablierung
von Standards kann nur gelingen, wenn die Projektleiter
das „PM-Handwerkszeug“ kennen, von dessen Nutzen überzeugt
sind und eine breite Kenntnis und Zustimmung für die
PM-Systematik auch im Umfeld besteht. Dies wurde insbesondere
durch eine umfassende Informationspolitik sowie vielfältige
Qualifizierungs- und Zertifizierungsangebote erreicht.
(2) Ein akzeptierter Standard stellt keinen Selbstzweck
dar. Jedes Projekt hat spezifische Einschränkungen,
weshalb eine Anpassung des Standards oftmals erforderlich
wird. Hierfür ist eine Professionalität erforderlich,
die sich von der mechanischen Ausführung dogmatischer
Vorgaben löst, den Sinn der Projektmanagement-Methodik
versteht und diese zu variieren vermag.
Bezug
zum Reifegradmodell: Zeitgleich entwickelten
sich die Level 1 (common lan-guage), Level 2 (common
process) und Level 3 (singular methodology). Interessanterweise
wurde die Entwicklung der Level 1 und 2 von einem Programm
getragen, das den Ausbau des Levels 3 zum Gegenstand
hatte. Zugespitzt kann festgestellt werden, dass die
Entwicklung der Reifegrade in umgekehrter Richtung zum
Modellansatz von Kerzner verlief.
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